Airbrushers Airbrush Blog

31.07.2015 - Motorradhelm Airbrush - wie ein Helm Design entsteht


Jeder Motorrad-Helm ist wichtig. Wichtig für die Sicherheit für jeden Motorradfahrer. Aus meiner Sicht ist ein Motorrad-Helm noch viel mehr. Es ist ein persönlicher Gegenstand. Noch viel mehr als ein Motorrad, da wir den Helm auch häufig mit uns mittragen und damit zu Schau stellen. Sei es nur beim Kaffeetrinken, wo der Helm oft auf dem Tisch zur Ablage landet.

Ein Motorradhelm ist wie eine Visitenkarte eines Bikers

Aus meiner Sicht sind die Farben und Formgebung des Designs auf einem Helm wie eine persönliche Visitenkarte eines jeden Bikers. Er erzählt sozusagen eine Geschichte über die Identität und damit die Persönlichkeit des Motorradfahrers. Und je farbiger das ist, desto besser für den Straßenverkehr. Denn sogar der ADAC empfiehlt helle und leuchtende Farben beim Helmkauf.

Was ein Motorradhelm über uns aussagt.

Wenn ein Helm einfarbig ist, vielleicht auch noch schwarz, dann sagt es mir, dass es diesem Motorradfahrer nur um Sicherheit geht. Nicht um die Sicherheit gesehen zu werden, aber die Sicherheit beim Sturz. Bei roten, blauen oder weißen Helmen kommt schon mehr Sicherheit gesehen zu werden zum Zuge und eben auch die Persönlichkeit raus, denn an dieser Stelle wird die Frage gestellt: Welche Farbe passt denn am besten zu mir?

Wenn ein Helm jedoch ein Design mit Formen und Farben hat, dann sagt es noch viel mehr aus. Mit Formen kann ein Helm dynamisch wirken, oder aggressiv. Er kann durch Motive lustig werden und durch ganz spezielle Farben einfach auffallen. Er kann einen WOW-Effekt erzielen oder einfach nur einer von Vielen sein. Eins steht damit auf jeden Fall fest. Sobald der Helm Formen und Farben erhält, erhält er auch eine noch klarere Aussage über den Fahrer!

Mein Helm soll so sein wie ich, einzigartig.

Deshalb gestalten und stylen wir für unsere Kunden Helme, die eine ganz besondere Geschichte erzählen. Eben die Geschichte, die jeder Biker für sich mit dem Motorradfahren verbindet. Die Individuell ist, so wie wir Menschen, wie jeder Biker. Und damit wird aus jeden Helm ein Einzelstück.

Was meine Ducati für mich bedeutet, soll auch mein Helm wiederspiegeln

Deshalb habe ich mich zum Beispiel entschieden, aus meinem roten Helm ein Helm zu machen der zeigt, warum ich eine Ducati fahre. Weil ich die italienische Emotion liebe, die eine Ducati für mich verkörpert. Mein Helm soll die Begeisterung, die in mir aufsteigt wiedergeben, wenn ich die Ducati anlasse und am Gashahn drehe. Die Kraft und Schnelligkeit mit der ich dann unterwegs bin!

Von der Idee zum Design

Die italienischen Emotionen zeige ich über die italienischen Fahne und auch die Herkunft der Ducati. Die Schnelligkeit wird über die Streifen in der Fahne wiedergegeben. Und da ich auch meine Heimat darstellen will, werden die italienischen Farben von den Farben der deutschen Flagge umrahmt. Das Feuer und die Leidenschaft und die Kraft werden über die Flammen, die sich von vorne bis hinten durchziehen visualisiert.

Das ist meine Komposition meine Beziehung zu meinem Motorrad darzustellen, die klar macht, dass ich meine Ducati und das Motorradfahren liebe.

Ich liebe es diese Ideen per Zeichnung auf eine Motorradhelm Vorlage zu bringen und auf mich wirken zu lassen. Das zeichne ich so lange bis ich das Gefühl habe: Ja, die Story ist jetzt rund!

Den Entwurf für das Design könnt Ihr im Beitragsfoto sehen, als Seitenansicht. Die einzelnen Schritte dahin, folgen in den kommenden Wochen als Beiträge die eher handwerklicher Natur sein werden

Geschrieben von Artur Hildebrandt

16.07.2015 - Airbrush-Sets... einfach nur heiße Luft?


Ich schreibe dieses Mal über einen Kundenbesuch, der mir seine Airbrush-Anlage gezeigt hat, die für sein Anliegen leider gar nicht funktioniert hat.
Dieser Kunde hat sich vor kurzem bei einem Online-Shop ein Airbrush Set gekauft um seine Schmuck- Prototypen farblich so zu gestalten, dass diese so ähnlich wie nur möglich der späteren Kollektion ähnelt. Das ist ganz wichtig, da die Großkunden die Einzelstücke zur Entscheidungsfindung nutzen. Dazu werden im 3D-Drucker die Schmuckstücke ausgedruckt und dann entsprechend mit der Airbrush lackiert. Leider hat das richtig viel Zeit in Anspruch genommen da die Airbrush mehr verstopft und beim reinigen, als beim lackieren war. Die Resultate waren entsprechend weit weg vom letztendlichen Produkt.

Wie wichtig ein auf die Bedürfnisse zugeschnittenes Airbrush-Set ist!

Relativ schnell habe ich festgestellt, dass die Airbrush, eine Rich mit 0,3mm Düse, und die eingesetzte Farbe gar nicht gepasst haben. Die Metallic-Splitter der Revel-Farben haben einfach nicht durch die Düse gepasst und diese immer wieder verstopft. Ganz davon zu schweigen dass irgendeine Metallic-Airbrushfarbe durch 0,3mm Düsen passen würde.

Das zweite Problem war der Kompressor.Er hatte zwar die nötige Luftleistung, aber wurde innerhalb von 5 Minuten so warm bzw. heiß, dass sich sofort Wasser im Schlauch gesammelt hat. Ausserdem ist die Abschaltautomatik so schwach, dass der Kompressor Schwierigkeiten beim Anschalten hatte und auch der Luftdruck während des sprühen variiert hat. Die 80 EUR (laut Ebay) ist dieser Kompressor auf jeden Fall nicht wert! Ich habe dem Kunden empfohlen hier definitiv die Garantie in Anspruch zu nehmen.

Das Resultat eines sub-optimalen Airbrush-Sets ist eine Arbeitszeit von 2 Stunden, anstatt 20 Minuten!

Nachdem ich dem Kunden die Probleme aufgezeigt habe und Ihn darauf beraten habe was er umzustellen hat, konnten wir die Arbeitszeit auf 20 Minuten reduzieren. Einfach nur weil das neue Equipment, eine Iwata Eclipse BCS mit Createx AutoAir Metallic, Createx AutoAir Aluminium Farbe und entsprechenden Candy Farbtönen wunderbar harmonieren. Die 0,5mm Düse macht es möglich! Jetzt haben die Prototypen eine tolle Farbe und mit unserem wässrigen Klarlack ein Glanz wie echtes Metall.

In 3-4 Arbeitsgängen zum gewünschten Resultat

Ausserdem hängt jetzt ein Airbrush-Kompressor mit genügend Kraft und Lufttank davor, so dass ein dauerhaftes Arbeiten von 20 Minuten problemlos möglich ist. Ausserdem haben wir die Arbeitsweise etwas umgestellt und aus einem sehr zähen Arbeitsgang 4 gemacht. Die dadurch gewonnen Sicherheit und Entspanntheit beim Arbeiten hat sich vor allem in der Qualität der Resultate niedergeschlagen. Jetzt wird zuerst eine Schicht Aluminium aufgetragen, dann abgeklebt und mit Metallic Gold sowie Candy Sunset ein echtes warmes und intensives Gold Metallic gesprüht, und die Airbrush Pistole ganz am Ende sauber gemacht. Das ist nach ca. 20 Minuten.

Die Quintessenz – nicht nur für den Kunden

Mein Kunde hat sehr schnell eingesehen, dass er sich hätte auf seinen Fall hin beraten lassen sollen und nicht einfach am Telefon ein Set bestellen. Denn der Mehraufwand von 1.6 Stunden pro Musterstück rechnet sich innerhalb von 3 Monaten und die Zufriedenheit beim Mitarbeiter steigt enorm. Das habe ich bereits im Gespräch gesehen. Ganz zu schweigen von den erwarteten Resultaten der Prototypen.

Ein Zusätzlicher Mehrwert – Sicherheit

Mit der gewonnenen Sicherheit hat mein Kunde schon angekündigt mehr experimentieren zu wollen, um zu verstehen, wie Airbrush seine Kollektionen auch zum Alleinstellungsmerkmal werden lassen kann. Ich bin gespannt wie es hier weitergeht.

Eine gute Beratung, insbesondere zu einem Airbrush-Set ist sehr viel wert!

Nimmt Euch die Zeit uns lasst Euch auf Euren Anwendungsfall hin beraten. So wird das Arbeiten mit dem Airbrush-Set zum Spaß und Erfolgsfaktor. Und der etwas höhere Preis ist damit mehr als gerechtfertigt.

Geschrieben von Artur Hildebrandt

25.06.2015 - Eine Airbrushfarbe für alle Anwendungsfälle? Geht das?


Letzte Woche wurde ich von einem Kunden gefragt, warum eigentlich Createx fünf verschiedene Airbrushfarben auf dem Markt hat. Er meinte weiter, „dass viele anderen Airbrushfarbenhersteller nur eine Airbrushfarbe auf dem Markt haben, wie z.B. AeroColor, ProColor, Trident und JVR. Damit kann ja auch alles gemacht werden.“

Was sind die Kriterien für die richtige Farbwahl?

Nachdem ich Ihm dann die Frage gestellt habe nach welchen Kriterien er eigentlich die Farbe seiner Wahl auswählt, wenn es so viele auf dem Markt gibt, wurde er sehr nachdenklich. Nach einer Denkpause nannte er ein paar Kriterien wie z.B. „lässt sich gut verarbeiten, sind die Farbtöne kräftig, und wie viele unterschiedliche Farbtöne hat der Hersteller im Angebot“.
Und dann fragte er mich, nach kurzem Zögern, wie ich die beste Airbrushfarbe auswähle, bzw. warum ich mich für die Farben von Createx entschieden habe?

Meine Gründe, warum ich mich für Createx Airbrushfarben entschieden habe

Zunächst möchte ich sagen, dass jede Farbauswahl absolut subjektiv ist. Ich glaube nicht daran, dass es Kriterien gibt, die eine Airbrushfarbe so extrem andersartig macht als alle Anderen. Ansonsten würden sich nicht ein Duzend Airbrushfarben im Markt behaupten können. Ein Kriterium, welches aus meiner Sicht eine Ausnahme darstellt, ist die Auswahl an möglichen Farbtönen und Sondereffekten. Darauf hat mich eine Kundin gebracht, die Ihre Mittelalterverkleidung bemalen wollte und dafür ein Gold brauchte. Createx hat diese Farbe zum Glück im Angebot.

Transparenz zum Umgang und zur Anwendung der Airbrushfarbe ist viel wichtiger

Für mich ist es viel wichtiger möglichst viel über die Farben zu erfahren, so dass ich für meine Arbeiten genau einschätzen kann, wie die Farbe funktioniert. Hier hat mich Createx überzeugt. Die umfangreiche und ehrliche Farbkarte (wie sieht eine Farbe auf schwarzem oder weißem Hintergrund aus), Videos auf der Website (www.createxcolors.com), Informationen zur Verdünnung der Farbe und eine klare Positionierung der Farbe, in welchen Bereichen Sie Ihre Stärke hat, sind für mich essentiell. Ich kaufe mir ja auch nicht irgendein Auto. Das sind auch die Gründe, warum ich auch meine Website immer weiterentwickle langsam aber sicher auch Videos und andere Materialien hinzufüge. Wenn bei mir im Online-Shop Farben bestellt werden, lege ich immer eine Createx Schritt für Schritt DVD bei. Das gehört bei mir zum Service für meine Kunden.

Ein paar Unterschiede, die ich doch festgestellt habe

Mir ist über die Jahre aufgefallen, dass es ein paar erwähnenswerte Unterschiede der Farben gibt. Die Unterschiede liegen jedoch auf dem Niveau, welches für den gelegentlichen Airbrusher wahrscheinlich vernachlässigbar ist.

Die Haftfähigkeit der Airbrushfarbe kann zum Nervenkitzel werden.

Die Haftfähigkeit der Airbrushfarbe kommt oft dann zum tragen, wenn man neu Maskieren muss oder wenn sich ein „Farbkante“ gebildet hat und dieser vor dem nächsten Farbauftrag oder Klarlack begradigt werden muss. Mit Createx AutoAir nehme ich einfach ein Staubbindetuch und reibe die überschüssige Farbe ab, ohne Angst zu haben, dass die Farbe einreißt oder sich ablöst. Maskieren geht problemlos, auch auf Oberflächen wie Klodeckel, Helmen und Plastik. Ich kann dazu einfaches Maler-Krepp nehmen oder gerne die qualitativen Klebebänder von 3M. Die Createx AutoAir Farbe und die Createx Wicked Detail Farben sind hierfür die besten Beispiele.

Feinste Linien und Strukturen für möglichst realistische Illustrationen und Effekte

Wenn eine Airbrusharbeit möglichst realistisch aussehen soll, dann kommt es auf viele Dinge an. Ein ganz wichtiges Element sind die Strukturen wie Haut, Blätter, Haare, Holz, Stein, Oberflächen von Objekten und die Strukturen der Iris des menschlichen Auges. Hier hat Createx seit 2013 mit der Illustration Colors Serie eine besondere Farbe auf den Markt gebracht, da diese ganz besondere Radierfähigkeiten besitzt und zum gewissen Grad auch wieder lösbar ist. Dass ermöglicht z.B. das wegtupfen von Farbe um Kork-Effekte oder eine Blätterstruktur zu erzielen. Was damit alles möglich ist, beweist Dru Blair eindrucksvoll.

Verdünnen von Airbrushfarbe, so dass Sie meine Düse nicht verstopft!

Das bringt mich gleich zum Thema Verdünnen der Farbe im Allgemeinen, denn da ist noch die Sache mit der Düsengröße und dass manche Farben mit allen Düsengrößen zu verarbeiten sind. Wenn mir ein Farbenhersteller sagt, dass die Farbe mit Wasser zu verdünnen ist, meine Düse aber trotzdem verstopft, dann hilft mir dass auch nicht weiter. Bei Createx gibt es den klaren Hinweis, für welche Düsengröße die einzelnen Farben geeignet sind und wie stark Sie mit dem Reducer verdünnt werden sollten! Eine Verdünnung, die chemisch wirkt.

Dass sind die drei größten Unterschiede die ich festgestellt habe. Weitere Unterschiede sind aus meiner Sicht zu vernachlässigen, da die Farbenhersteller in diesen Bereichen so nah aneinander sind wie die Verarbeitung des Interieurs eines 7er BMW, eines Audi A8 und eines Porsche Cayenne.

Wenn Ihr Fragen oder Anregungen zu Createx Farben habt, dann schreibt mir. Ich beantworte gerne alle Frage und ziehe Createx selbst zu Rat, falls auch ich nicht weiter weiß.

Geschrieben von Artur Hildebrandt

25.05.2015 - Wie Helme mit Airbrush die Straßenzulassung für Europa behalten


Ihr werdet es nicht glauben. Ich habe tatsächlich eine Antwort von der UNECE auf meine Frage erhalten, ob die ECE R22 Zulassung von Helmen erlischt, wenn der Helm mit Airbrush verschönert wird. In den meisten europäischen Staaten würde dies gleichbedeutend sein mit dem Entzug der Straßenzulassung. In Italien kann das sogar dazu führen, dass die Polizei auf Grund eines nicht zugelassenen Helms das Motorrad bis zu 6 Wochen beschlagnahmen darf.

Wie lautet die Antwort der UNECE:

Die Antwort der UNECE ist recht kurz und prägnant gehalten.

UN Regulation R22 inter alia provides for the performance requirements concerning the protection of the head of users of powered two wheelers. In this relation the strength of the shell is of crucial importance.
Painting usually affects in some way the shell of a helmet and therefore – as you have already discovered – manufacturers of helmets shall emphasise this by a warning in case of adversely affects by hydrocarbons, cleaning fluids, paints, transfers or other extraneous additions.


So steht das auch in der ECE Regelung 22 drin. (http://www.unece.org/fileadmin/DAM/trans/main/wp29/wp29regs/r022r4e.pdf)

Was bedeutet dass denn jetzt?

Aus meiner Sicht bedeutet das gleich mehrere Dinge.
Erstens, dass bei fehlendem Hinweis der Helm lackiert werden darf und die Sicherheit davon nicht betroffen ist. Ansonsten hätte der Hersteller die Pflicht, dass in einem Warnhinweis klar auszuweisen.
Zweitens, dass diese Helme auch weiterhin die ECE R22 Zulassung genießen. Dies gilt übrigens für alle Helme, die die ECE Norm 22 tragen, wie zum Beispiel Fahrradhelme oder Ski- und Snowboardhelme.

Achtung, es gibt noch andere Kriterien, die die ECE Norm erlischen lassen!

Allerdings gibt es da ein paar Kriterien, die beim Helm Airbrush übersehen werden können und ebenfalls zum erlischen der ECE R22 Norm führen. Dazu gehört z.B. das Fehlen eines Herstellerlogos auf dem Helm oder gewisse technische Angaben zum Helm, z.B. die Helmgröße. Hersteller lösen das häufig mit einem Aufkleber. Der Airbrush-Künstler sollte auf jeden Fall sicherstellen, dass diese Angaben irgendwie wieder auf den Helm kommen. Alle nötigen Angaben sind alle aus der Regelung 22 ersichtlich.

Geschrieben von Artur Hildebrandt

11.05.2015 - Wie eine Airbrush in 14 Sekunden gereinigt wird.


Heute schiebe dem dritten Thema beim Helmdesign einen kleinen, aber wie ich meine feinen Post davor, der aus einem Gespräch mit einem Kursteilnehmer entstanden ist. Er hat eine Iwata Eclipse BCS Airbrush und hat sich über den übermäßigen Reinigungsaufwand beschwert.

„Das dauert so lange und bei jedem Farbwechsel müsse er die Düse und den Pistolenkörper reinigen. So viel Zeit hat er nicht.“

Das waren seine Worte.

Dann habe ich Ihm gezeigt, wie ich die Iwata Eclipse BCS reinige und nach 10 Sekunden stand sein Mund offen und die Augen waren ganz groß! Denn ich war fertig mit dem reinigen der Airbrush. Er hat den Test gemacht und musste gestehen, dass die Airbrush absolut sauber ist und keine Farbreste oder Farbrückstände mehr zu erkennen sind.

Der Reinigungsprozess für die Iwata Eclipse BCS Airbrushpistole

Zuerst einmal ist es wichtig zu erwähnen, dass die Iwata Eclipse Airbrushpistole eine Saugbecherpistole ist und damit eine Farbflasche unten an der Airbrushpistole hängt.

Schritt 1.) Die restliche Airbrushfarbe ausspritzen!

Nachdem ich die Farbflasche aus der Airbushpistole herausgezogen habe, spritze ich die restliche Farbe, die sich noch in der Pistole befindet (Pistolenkörper und Düse) aus. Bis keine Farbe mehr versprüht wird.
Zeitaufwand auf der Stoppuhr: 2 Sekunden

Schritt 2.) Sauberes Wasser durchspritzen

Dann stecke ich eine Farbflasche mit Wasser an die Airbrushpistole und sprühe für 1-2 Sekunden Wasser aus der Airbrush.
Zeitaufwand auf der Stoppuhr: 2 Sekunden

Schritt 3.) Den Back-Flush erzeugen

Als nächstes halte ich meinen Finger der linken Hand (die Airbrush halte ich in der rechten Hand) direkt an die Schutzkappe für die Düse und betätige die Airbrushpistole als ob ich wieder Wasser versprühen möchte. Durch das zuhalten der Düsenkappe kann aber kein Wasser raus und dadurch wird ein Rückstau erzeugt, der sogenannte Back-Flush. Es blubbert in der angesteckten Flasche. Und wie Ihr seht kommt auch Farbe in die Flasche.
Zeitaufwand auf der Stoppuhr: 1 Sekunde

Beim Back-Flush löst sich die Farbe an Stellen der Airbrush durch die andere Strömungsrichtung und wird in die Flasche gepresst. Das kann man mit dem Reinigen eines Marmeladen-Glas vergleichen. Wenn da nur Wasser reinkommt, lösen sich ganz wenig Reste der Marmelade. Bewege ich das Glas jetzt mit einem Ruck nach unten, dann löst sich etwas mehr und beim nächsten Ruck nach oben noch mehr. Durch das dadurch entstehende „Schütteln“ bekommt man ein Marmeladenglas in ca. 20 Sekunden ganz sauber. Das gleiche Prinzip funktioniert eben auch bei der Airbrush mit dem Back-Flush!

Schritt 4.) Den Back-Flush lösen

Jetzt nehme ich den Finger wieder von der Düsenkappe und sprühe ganz normal Wasser durch die Airbrushpistole und wiederhole dann Schritt 3!
Zeitaufwand auf der Stoppuhr: 2 Sekunden

Schritt 5.) Mit einem Q-Tipp den Flaschenanschluss reinigen

In diesem Schritt ziehe ich die Flasche mit Wasser aus der Airbrush und reinige den Flaschenanschluss und den Anschlussadapter an der Flasche mit einem Q-Tipp und einem ZEWA Tuch. Anschließend wird die Wasserflasche wieder in die Airbrush gesteckt.
Zeitaufwand auf der Stoppuhr: 4 Sekunden

Schritt 6.) Wiederhole Schritt 3 und 4 !

Ich wiederhole Schritt 3 und 4.
Zeitaufwand auf der Stoppuhr: 2 Sekunden

Schritt 7.) Wasser ganz ausspritzen

Ich entferne die Farbflasche und spritze den Rest des Wassers, das noch im Pistolenkörper und in der Düse vorhanden ist aus. Et Voilà, die Airbrush ist porentief rein.
Zeitaufwand auf der Stoppuhr: 1 Sekunden

Jetzt könnt Ihr die nächste Farbe anstecken und es wird keine Kontaminierung (Verschmutzung) der Farbe geben.

Gesamtdauer der Reinigung: 14 Sekunden.

Wir haben dass ganze natürlich gleich mal als Wettbewerb getestet bzw. geübt und die schnellste Reinigung mit „sauberem“ Ergebnis war 10 Sekunden! Ich bin gespannt wer schneller ist. ☺

Funktioniert dieser Prozess auch mit Fließbecher-Airbrushpistolen?

Mit Fliesbecher-Airbrushpistolen funktioniert das ähnlich. Es muss nur an nach Schritt 2 der Fließbecher gereinigt werden und bei Schritt 5 wird eben die Farbmulde im Airbrushpistolen-Körper mit dem Q-Tipp gereinigt.
Zusätzliche Dauer: ca. 15 -25 Sekunden, den die Reinigung des Fließbechers ist ein ganz schönes Gefummel.

Ach so, dieses Thema und mehr wird in meinen Airbrush Kursen gelernt. Ab heute als Wettbewerb :-)

Happy Airbrushing

Geschrieben von Artur Hildebrandt


30.04.2015 - Helm Airbrush – Beschädigt die Airbrushfarbe die Oberfläche des Helms?


Das war die zweite Frage meines letzten Blogs. Um hier gleich zu einer klaren Antwort zu kommen: Nein, wasserbasierte Airbrushfarbe greift die Oberfläche von Helmen nicht an, ganz egal welcher Art die Oberfläche ist.

Warum wird der Helm von Airbrushfarbe nicht beschädigt?

Ich habe zu dem Thema mit meinem Freund Gerd Uwe Geiger gesprochen, der Maler- und Lackierermeister ist. Auch bei Ihm war die Antwort sofort ein klares nein. Der Grund dafür liegt darin, dass eine wasserbasierte Farbe in Deutschland nur „wasserbasiert“ genannt werden darf, wenn der Lösemittelanteil weniger als 5% beträgt. Diese maximalen 5% sind viel zu wenig um eine Beschädigung an Oberflächen hervorzurufen.

Der Lösemittelanteil an Createx Farben liegt bei 0,05%

Der Lösemittelanteil bei Createx Farben liegt bei 0,05%. Diese können mit dem Reducer nochmals verdünnt werden (chemisch) und verbessern so die Fließeigenschaft zum positiven. Damit steigt also der Lösemittelanteil. Das was schon richtig gut ist, wird also noch besser. Insbesondere für Düsengrößen von 0,3mm oder feiner ist das wichtig. Das ist das Geheimnis von Createx AutoAir, Createx Wicked und Createx Illustration Farben!

Und was ist mit der Klarlackierung? Jeder Helm bekommt als Abschluss einen Klarlack. Klar. Er soll ja toll glänzen. Solange die Klarlackierung auch mit wasserbasierten Lacken von statten geht, ist auch das sicher. Denn auch hier gilt die 5% Grenze. Nur beim Einsatz von lösemittelhaltigen Lacken muss man vorsichtig sein. Duroplast und Verbundwerkstoffe wie GFK und Carbon sind bedenkenlos und in Ordnung.

Wenn man beim Klarlack also auch auf wasserbasis bleibt, dann ist keine Einschränkung beim Helmdesign zu berücksichtigen.

Dann stellt sich nur noch die Frage, ob das Anschleifen den Helm beschädigt?

In meinem Gespräch mit Gerd Uwe Geiger viel dann die Frage, was eigentlich mit dem Helm passiert wenn er für die Airbrush-Arbeit angeschliffen wird. Solange der Helm lackiert ist, kann diese Frage klar verneint werden, da nur der Klarlack angeschliffen wird und die schützende feste Oberfläche gar nicht berührt wird. Es sind auch noch die Grundierung und der Basislack dazwischen. Jetzt gibt es aber auch Helme die eingefärbt sind und keinen Klarlack besitzen, z.B. Schalenhelme für Harleys. Ob das anschleifen dieser Helme mit einem 400-600 Schleifpapier den Helm beschädigt, so dass er nicht mehr sicher ist, muss jeder selbst bewerten und danach handeln... die Airbrushfarbe ist allerdings aus dem Schneider

P.S.: Vom TÜV und der UNECE habe ich noch keine Rückmeldung bezüglich der ECE Norm und wie sich das mit Überlackierung verhält.

Geschrieben von Artur Hildebrandt


16.04.2015 - Helm Airbrush - Wie geht das und was ist zu beachten?


Diese Frage habe ich mir vor 20 Jahren gestellt und diese Frage beschäftigt auch immer wieder Airbrush Fans und „Biker“. Inzwischen zähle ich zu dem Thema auch Fahrrad-, Kletter- und andere Schutzhelme, wie z.B. Skihelme.

Ist der Helm nach dem Airbrush noch sicher?

In den Jahren hat sich meiner Wahrnehmung nach zu dem Thema nicht viel getan, außer der ECE R22-05 Verordnung. Ansonsten höre ich immer wieder die alte Story über das Thema Sicherheit und Airbrush auf Helmen. Wenn ich dann die Frage stelle in wie fern denn die Sicherheit des Helms durch Airbrush leiden soll, dann kommen folgende Antworten:

1.) Der Helm hat keine ECE Zulassung mehr
2.) Na ja, die Farben greifen vielleicht die Oberfläche an
3.) Der Klarlack ist doch Lösemittelbeständig und kann den Helm beschädigen
4.) keine Ahnung, ich habe das nur mal gehört oder in einem Forum gelesen

Diesen vier Meinungen wollte ich auf den Grund gehen und schauen was sich denn dahinter verbirgt und ob die haltbar sind.

Der Helm hat keine ECE R22 Zulassung mehr

Dieses Thema ist zwar nicht mehr ganz neu, durch die Zulassungsverordnung der EU jedoch ein recht Aktuelles. Denn viele Länder, wenn nicht zu sagen fast alle EU-Länder haben in Ihrer Straßenverkehrsordnung stehen, dass nur Helme mit der ECE R22-5 Norm auf Strassen getragen werden dürfen. Da stellt sich natürlich die Frage, ob die Helme die ECE R22-5 Norm noch erfüllen, wenn Sie mit Airbrush verschönert werden?

Erfüllt ein Helm der mit Airbrush nachträglich bemalt wurde noch die ECE R22-5 Norm?

Diese Frage hat sich dann auch gleich als richtige Herausforderung herausgestellt. Warum? Weil es im Internet und bei mir bekannten Rechtsanwälten keine klare und belastbare Aussage dazu gibt.

Das Einzig klare, was ich herausfinden konnte, ist, dass in Deutschland Helme für Motorräder oder anderen motorisierten Zweiräder keine ECE Norm benötigen um im Straßenverkehr genutzt werden zu dürfen. Der Helm sollte zwar nach der Norm ECE R 22, möglichst Version 05, entsprechen, es ist aber keine Pflicht!

Eine entsprechend gute Zusammenfassung der Gesetzeslage habe ich in einem Airbrush Forum gefunden. Hier der Link zum Airbrush Forum

Damit ist die Frage für Deutschland aus meiner Sicht eindeutig geklärt. Rein rechtlich haben Motorradhelme, die mit Airbrush versehen werden weiterhin eine „Betriebserlaubnis für den Straßenverkehr in Deutschland“.

Hier einige Links zu den Verordnungen und Gesetzestexten:

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Schubert Website

Die Formulierung ist sehr spannend. Es geht um folgenden Satz:

Wir weisen Sie darauf hin, dass die ECE-Zulassung bei Umlackierungen erlischt, sollten andere, ätzende Lacke verwendet werden.

Beim ersten Lesen könnte man meinen, dass beim jeglichem Umlackieren die ECE Zulassung erlischt. Beim zweiten und dritten Mal lesen stellt sich heraus, dass es sich hier wirklich nur um ätzende, also lösemittelhaltigen Farben handelt. Das gleiche gilt für die Herstellerhaftung. Jetzt sind die meisten Airbrushfarben auf wasserbasis und enthalten keine Lösemittel. Schubert selbst empfiehlt sogar Farben auf Wasserbasis!

Anfrage an das UNECE und beim TÜV SÜD

Da ich jetzt immer noch nicht sicher bin, was mit der ECE Norm nach dem Umlackieren des Helms passiert, habe ich mich dazu entschlossen die UNECE und den TÜV Süd zu kontaktieren und nachzufragen, wie das mit der ECE R22 ist, wenn eine Airbrush Arbeit da drauf kommt. Eine offizielle Antwort steht noch von beiden aus, wobei mir die Mitarbeiterin beim TÜV SÜD bereits mündlich den Hinweis gegeben hat, dass ein übermalen der Helme mit nicht ätzenden Lacken unbedenklich ist.

Über die Rückantworten des UNECE und des TÜV SÜD halte ich Euch auf jeden Fall auf dem Laufenden!

Ich freue mich schon auf die nächste Aufgabe welche etwas mehr Klärung in die Frage bringen soll, ob die Farben ja die Oberfläche angreifen und damit Unsicher machen. Bis dahin.

Geschrieben von Artur Hildebrandt


31.03.2015 - Kunden Begeistern - Wie ein Airbrush-Design Augen zum funkeln bringt


Dieser Blog-Beitrag ist ein ganz anderer. Ich erzähle Euch von einem Kunden, der am Anfang das Design eines Motorradhelms selbst machen wollte und ich „nur“ die ausführende Hand sein sollte.
Nach zwei Tagen bekam ich den Anruf: „Wir schaffen das nicht. Unsere Design-Abteilung kann keine Designs für Helme machen. Können Sie vielleicht kreativ werden?“ Das war natürlich eine tolle Herausforderung, die mich extra angespornt hat. Aber was genau wird den Kunden begeistern? Was bringt seine Augen zum funkeln?

Informationen zum Hintergrund der Airbrush-Anfrage

Meine ersten Fragen drehen sich immer um den Grund oder den Anlass, warum mein Kunde denn etwas ganz individuell gestaltet haben will. Und warum gerade mit Airbrush. Das gibt mir meist die Information in welchem Umfeld meine Arbeit später bestaunt und genutzt werden wird. Mein Kunde hat mir wie folgt darauf geantwortet: "Ich brauche die Helme zur MotoGP Saisoneröffnung"

Was macht denn mein Kunde so?

Die nächsten Fragen gehen in Richtung: was machst Du so? Hast Du vielleicht schon ein Design im Hinterkopf oder welche Farben gefallen Dir. Das sind alles Fragen um etwas mehr über meinen Kunden und seine Vorlieben zu erfahren. Den Rest Recherchiere ich im Internet. Bei meinem Kunden war die Antwort: "Wir wollen auf jeden Fall drei Logos auf dem Helm haben und die Farben sind Rot, Blau und Grau. Die gefallen mir."

Mit diesen wenigen Antworten war mir klar. Der Helm sollte einen absoluten Show-Effekt besitzen und einen MotoGP Style haben. Damit waren Motive wie Totenkopf oder Flammen ausgeschlossen. Die Recherche im Internet und in meinem Fall im Fernsehen ergab, dass die Farben meines Kunden rot und blau waren. Und eines der Logos war von Deutschlands beliebtesten Bezahlsender. Da war mich klar schwarz und weiss sind auch dabei.

1.) Die ersten Designs

Damit fange ich schon die ersten Zeichnungen an um mir einen Eindruck zu verschaffen, wie die einzelnen grafischen Elemente und Farben miteinander angeordnet werden können und wie diese miteinander harmonieren. Ich nutze bei Helmen immer die Seitenansicht. Für mich ist wenig oftmals mehr und ich versuche mit vier bis fünf Farben auszukommen. Sonst wird aus meiner Sicht ein Helm zu diffus und verliert seine Wirkung. Nach 4-5 Entwürfen kristallisiert sich mein bevorzugter Entwurf für das Helm-Design heraus. Den stimme ich dann mit dem Kunden ab. Wichtig dabei ist, dass dieser Entwurf nur einen Eindruck vom Helm geben kann.

2.) Die Farbwahl

Und dann geht‘s an eingemachte. Jetzt kommt die Farbwahl. Soll der Helm einfach nur mit flächigen, Semi-Opaquen Farben gebrusht werden, oder setzte ich auf Effektfarben. Auf Grund des Moto-GP Umfeldes war mir schnell klar, dass der Helm einen Show-Effekt haben muss. Also habe ich mich bis auf das Schwarz für die Createx AutoAir Sparklescent Farben entschieden. Solange kein Licht oder die Sonne darauf scheint, erscheint die Lackierung in kräftigen und klaren Farben. Als ob ich mit Semiopaquen Createx AutoAir Farben gearbeitet habe. Sobald dann die Sonne oder ein direkter Lichtstrahl darauf fällt, dann wird aus der Farben ein Glitzergewitter in unterschiedlichsten Farben und das Rot, Blau oder Orange bringen klar zum Ausdruck dass dieser Helm etwas ganz besonderes ist. Denn im industriellen Fertigungsprozess sind diese Effekte unmöglich zu erzielen.

3.) Die Umsetzung

Den Helm vermessen, das Design übertragen und mit Farbe besprühen ist so ziemlich Standard. Nichts exotisches. All das könnt Ihr auch bei mir in meinem Airbrush Custom Painting Kurs lernen. Wenn die Airbrush Arbeit fertig ist, dann sieht der Helm schon ziemlich geil aus. Insbesondere durch die Schattierungen, welche mehrere Überlagerungen an Designelementen suggerieren. Die Flächen integrieren sich. Der Klarlack ist dann so ziemlich der coolste Schritt. Denn da kommt dann der Effekt zum ersten mal Raus und jeder kann sehen wie hammermässig die Createx AutoAir Sparklescent Farben aussehen.

4.) Der glückliche Kunde

Was soll ich sagen. Der Kunde ist extrem happy. Er wollte sogar noch ein weiteres Logo auf den Helm packen, was ich Ihm zum Glück ausreden konnte. Denn zu viel Elemente auf dem Helm schwächen die Wirkung ab. Da herrscht sonst zu viel Chaos.... und jetzt liegen da noch zwei Helme und warten darauf nach Ostern auch noch mit der Airbrush hübsch gemacht zu werden. Was seine Augen zum funkeln gebracht hat, war das Design, was seine Markensprache absolut wieder spiegelte und seine Markenwerte transportierte. Die Effektfarben waren da noch das i-Tüpfelchen, wie der Schwabe sagen würde.

Also denkt daran Euch viel Gedanken über eueren Kunden zu machen und was er mit der Auftragsarbeit erreichen will. Bilder zu dieser Arbeit findet ihr auf unserer Facebook-Seite

Geschrieben von Artur Hildebrandt


18.03.2015 - Was ist eine Airbrush-Arbeit wert?


Was kann ich denn für eine Auftragsarbeit verlangen?
Diese Frage wird mir nicht nur in unseren Airbrush-Kursen gestellt sondern auch immer wieder von Airbrushern die Anfragen für Airbrush-Auftragsarbeiten bekommen. Sei es jetzt ein Motorradhelm, ein 3D-Modell oder das besprühen einer Wand in einer Bar.

Was ist es dir den Wert?

Die erste Fragen, die Ihr Euch stellen solltet ist, wie wohl Ihr Euch bei dieser Arbeit fühlt. Habt Ihr schon etwas ähnliches gemacht und wisst daher genau was zu tun ist? Wenn ja, wunderbar. Denn dann ist der Preis am einfachsten zu ermitteln. Und normalerweise wird es in diesem Falle auch am günstigsten. Warum?

Das Best-Case Szenario für eine Airbrush Arbeit

Das Best-Case Szenario ist ganz einfach. Ihr wisst genau was zu tun ist. Schritt-für-Schritt. Dafür empfehle ich Euch immer eine Schritt-für-Schritt Liste anzulegen, was ihr alles tun müsst. Am besten in genau der Abfolge wie es später dann auch passiert. Das gibt Euch Sicherheit und Selbstvertrauen an alles gedacht zu haben. Ihr schließt so gesehen möglichst viele Überraschungen aus. Bei den einzelnen Schritten könnt Ihr auch dazu schreiben, wie lange Ihr denn glaubt, dass der einzelne Schritt dauert. Und dann überlegt Ihr Euch, wie viel Ihr es Euch wert seit, diese Arbeit zu tun. Also fühlt es sich gut an 2.000 EUR für die Arbeit zu verlangen oder sind es eher 500 EUR.
Euer Gefühl ist der beste Indikator dafür, was es Euch Wert ist die Zeit mit dieser Arbeit zu verbringen. Ach ja, und wenn da eine Zahl steht die einfach zu hoch ist, dann entwickelt sich bei mir im Bauch immer so ein komisches Grummeln und Zusammenziehen. Das ist für mich immer das Zeichen, dass die Zahl nicht passt. Umgekehrt ist es ähnlich. Da ist dass Gefühl aber eher ein herunterziehen und die Gedanken "das ist es mir nicht Wert" kommen in meinen Sinn.
Mit dieser Methode bin ich bisher immer gut gefahren um mein Ausgangsposition und mein Best-Case Szenario zu ermitteln.

Das Worst Case Szenario - Was kann den alles Schief gehen?

In diesem Szenario geht es darum, zusätzlich zu der Liste an Aktivitäten auch noch die "Risiken" einzuschätzen. Gerade wenn Ihr das noch nicht gemacht habt kann ja einiges anders laufen als Gedacht, bzw. dass eben Dinge passieren an die man nicht gedacht hat. Ihr könntet Euch also bei jedem Schritt jetzt Fragen: Was könnte denn hier schief laufen? Und dann die Gedanken auf diese Frage wieder aufschreiben. Das ergibt dann die Risikoliste. Und je länger die Risikoliste ist, desto teurer wird's... denn je mehr Risiken eintreten desto mehr Zeit und Material benötigt Ihr um fertig zu werden.

Wann wähle ich welches Szenario?

Wenn ich eine gleiche oder ähnliche Arbeit bereits getan habe, dann fühle ich mich gut und tendiere eher zum Best-Case Szenario. Ist eine Auftragsarbeit etwas Neues für mich, dann geht die Tendenz eher in das Worst-Case Szenario. Auch hier ist mein Bauchgefühl ein guter Feedback-Mechanismus um mit mir selbst auszumachen, wie wohl ich mich mit der Entscheidung für ein Szenario fühle.

Und wie kommuniziere ich das jetzt an den Kunden?

Das hängt ganz davon ab, wie deine Natur ist. Bist Du eher ein Spieler, ein Kumpel-Typ oder einfach nur eine ehrliche Seele? Wenn Du den Auftrag vielleicht gar nicht so gerne möchtest, nenne einen Preis, der über deinem Worst-Case Szenario liegt. Manche bezeichnen dass auch als das Schmerzensgeld für einen ungeliebten Auftrag.
Wenn Du jedoch den Auftrag machen möchtest dann nenne dem Kunden immer 2 Preise. Und zwar den Preis für dein Best-Case Szenario und den Preis für dein Worst-Case Szenario. Erläutere deinem Kunden warum es zwei Preise gibt. Also die Gründe für den günstigeren Preis und die Gründe warum es günstiger sein kann. Vielleicht ist ja auch das Motiv einfacher und damit habt Ihr einfach auch weniger Risiko für Mehraufwand. Die Reaktion des Kunden wird Euch zeigen wie ernst er es meint. Oft wird Euch an dieser Stellt klar ob der Kunde wirklich den Auftrag platzieren will, oder ob es nur "nice to have" wäre. Und der Rest ist dann schon so gut wie erledigt. Denn wenn es ein "nice to have" Kunde ist, dann wird er es sich überlegen und in 75% aller Fälle keinen Auftrag platzieren.

Was ist denn eigentlich mit dem künstlerischen Wert?

Tja, dass ist jetzt eine spannende Frage. Ich mache das immer so, dass ich mir überlege für wen es ist und welchen Mehrwert meine Arbeit mit sich bringt. Für einen gewerblichen Kunden ist dieser Wert bei mir immer höher als für eine Privatperson. Wenn es aber ein VIP ist, dann darf auch der Wert der Kunst höher liegen. Dass ist auf jeden Fall meine Art und Weise, wie ich den künstlerischen Wert feststelle. Ach ja, und je mehr Freiheiten ich in der Gestaltung habe, desto höher mein künstlerische Wert. Es kann also sein, dass mein Best-Case Szenario Preis auf einmal doppelt oder vierfach so hoch wird. Aber auch einfach der Best-Case Preis bleibt oft der Preis auf den wir uns einigen, denn damit fühle ich mich am wohlsten.
Lasst mich doch bitte Wissen, wie Ihr das mit der Wertermittlung Eurer Airbrush Arbeit macht. Ich freue mich auf Eure Nachrichten!

Geschrieben von Artur Hildebrandt


04.03.2015 - Vorlagen an die Wand werfen


Wie bekomme ich mein Airbrush-Motiv jetzt auf meine Unterlage?
Diese Frage wird mir nicht nur in unseren Airbrush-Kursen gestellt sondern auch immer wieder von Airbrushern die Auftragsarbeiten bekommen, die einfach jede Vorstellungskraft entbehren. Einer unserer Kunden hat zum Beispiel die Anfrage bekommen einen Swimming Pool mit einer Berglandschaft zu verschönern, so dass das Tauchen mehr Spaß macht.

Eine andere Kundin steht vor der Herausforderung ein Café mit Pin-Up und Logos zu gestalten. Und wie gesagt, alleine schon bei unseren Kursen stellt sich die Frage: Wie bekomme ich meine Vorlage auf das Papier oder auf den Helm?

Auf die Größe kommt es an

In unseren Airbrush Kursen ist diese Frage meist schnell mit einem kleinen Gruppen-Brainstorming gelöst. Einige kommen auf die Idee die Vorlage auf der Rückseite mit dem Bleistift anzuschwärzen und dann die nötigen Formen nachzufahren. Also Übertragen per Nachfahren. Andere nehmen das Malpapier und halten es mit der Vorlage gegen die Fensterscheibe um die Linien besser zu sehen und nachfahren zu können. Also das Prinzip eines Leuchttisches. Die ganz schlauen sehen in unserem Malrepartoire Pauspapier und legen dieses einfach zwischen das Malpapier und die Vorlage. Soweit ist also alles einfach. Wir sprechen hier von DIN A4 großen Motiven.

Was aber wenn der Maluntergrund die Wand ist und das Motiv 2-3 Meter groß werden soll?

Dann ist die erste Wahl ein Projektor. Heutzutage könnte es z.B. ein Video Beamer sein. Gute, die bei Tageslicht ordentliche Bilder und an die Wand werfen, ohne den Raum abdunkeln zu müssen gibt es schon ab 300.- EUR. Alternativen sind zum Beispiel ein Tageslichtprojektor, wir sie der ein oder andere aus der Schulzeit noch kennt, oder Overhead-Folien-Projektoren. Nach dem gleichen Prinzip gibt es auch Airbrush-Projektoren von Herstellern wie Kopykake, die auch eine Vorlage von DIN A5 oder DIN A6 einfach in DIN A0 oder noch größer vergrößern. Wichtig dabei ist der Abstand zur Wand. Denn die Objektive sind meinst mit einer festen Brennweite ausgestattet.
Die letzte Alternative ist aber auch das ausdrucken der Vorlage auf viele DIN A4 Blätter, diese dann zusammenkleben und per anschwärzen zu übertragen, wie oben beschrieben. Das hilft oftmals, wenn die Wand nicht ganz gerade und eben ist sehr gut. Programme wie Photoshop unterstützen diese Art von drucken schon sehr gut.

Was mache ich denn bei Tanks oder Helmen?

Das ist natürlich die Königsdisziplin. Und hier ist die Antwort, es kommt darauf an. Wenn alles Freihand gesprüht wird, dann hat sich für mich die Ausdruck und durchpaus-Methode bewährt, da ich nur die groben Positionierung und Proportionen benötige. Den Rest mach ich dann Freihand, on-the-fly so zu sagen. Musst Du aber viel abkleben, und dass ist ja häufig der Fall, dann kommst wird es meist eine Kombination von den genannten Möglichkeiten, bis hin zum zeichnen des Motivs auf der angeklebten Fläche.
Tanks und Helme teile ich mir vorher immer in Rechtecke ein. Ich vermesse sie also mit einem flexiblen Lineal und markiere mir die Schnittpunkte mit einem Bleistift, so alle 5cm. Am Schluss ist der ganze Tank oder Helm zuerst mit einem Muster an Quadrat-Punkten überzogen, so dass ich mich mit meinem Motiv gut orientieren kann, und dann gehts los mit abkleben, vorzeichnen oder eben Freihand Airbrush.

Und wenn ich ein sehr kleinen Maluntergrund wie ein Modellauto habe?

Bei diesem Szenario male ich meist gar nicht vor, sondern versuche das Motiv mit einer Maskierfolie vorab mit einem Plotter zu schneiden oder natürlich auch per Hand zu schneiden und dann auf das Modellauto zu übertragen. Das hat für mich meist gut funktioniert.


Geschrieben von Artur Hildebrandt


19.02.2015 - Weiß ist Blau, was den jetzt? Wie mische ich Farben?


Weiß ist Blau. Das ist einer der wichtigsten und verwirrendsten Ausdrücke beim Farben mischen. Aber was bedeutet er denn?
Und wie mische ich einen ganz bestimmten Farbton zuverlässig und ganz exakt?

Das sind Fragen die viele Airbrusher haben und wir in unseren Airbrush-Technik-Kursen klären und üben.

Was bedeutet denn nun der Ausspruch Weiß ist Blau?

Dieser Ausspruch rührt daher, dass beim Farben mischen mit der Farbe weiss ein ganz spezieller Effekt entsteht. Gibt man zu einem Farbton die Farbe Weiss dazu, dann wird der Farbton nicht nur heller, sondern auch bläulich. Dass heißt also, dass er sich im Farbrad in Richtung blau verschiebt und den Farbton nicht nur heller macht, sondern verändert.

Was kann ich denn jetzt tun um den Blaustich wieder raus zu bekommen?

Die Antwort auf diese Frage liefert uns das Farbrad. Um einen bläulichen Farbton zu "neutralisieren" müssen wir die Komplementärfarbe dazumischen, so lautet das Gesetz der Farbenlehre. Für Blau wäre dass also ein Orange-Ton. Davon aber nicht zu viel, denn dass Blau ist nur minimal vorhanden und wird meist mit einem oder zwei Tropfen Orange neutralisiert.

Woher kommt denn der Effekt?

Das hat mit der Herstellung der weissen Farbe zu tun. In den Farbpigmenten bleibt immer ein ganz kleiner Anteil an Blau enthalten, da an sich kein weiss als reinen Farbton gibt. Ein Weiss hat immer eine Farbrichtung. Ist es ein warmes weiss, dann geht es in eine gelbliche Richtung, ist es ein kaltes weiss, dann ist es eben bläulich. Die meisten Airbrushfarben-Hersteller entscheiden sich für ein bläuliches weiss, da es heller und damit reiner oder eben weisser erscheint. Kaufen wir uns aber ein warmes Weiss, können wir es jederzeit mit einer blauen Farbe ebenfalls heller erscheinen lassen.

Und wie mische ich jetzt Farben ganz exakt und zuverlässig?

Um exakt einen ganz bestimmten Farbton zu mischen ist es absolut notwendig mit deckenden Farben zu arbeiten. Denn deckende Farben haben die Eigenschaft des Ceiling Codes. Das bedeutet, dass Sie bei voller Deckkraft genau einen Farbton erreichen und diesen dann auch immer beibehalten, ganz egal wie viele weitere Schichten an Farben ich noch darüber spühe.

Aus transparenten Farben machen wir deckende Farben

Wenn Ihr nun transparente Farben habt, könnt Ihr daraus ganz einfach deckende Farben mit den gleichen Eigenschaften erreichen, indem Ihr einfach ein deckendes Weiss beimischt. So einfach ist das Ganze. Bitte vergesst nicht, dass dadurch der Farbton etwas bläulicher wird. Zum Ausgleich also einfach nur einen oder zwei Tropfen Orange dazugeben und schon passt die Farbe wieder.

Vorgehen beim Farbmischen

Beim Farbmischen fange ich immer mit dem deckenden Weiss an und mische dann die weiteren Farbtöne dazu. Ich mische also von hell nach dunkel.
Dabei orientiere ich mich immer an einem Farbrad um zu sehen in welche Richtung mein Farbton verändert werden muss. Mit Schwarz oder Weiss helle ich die Farbe auf oder töne Sie ab.

Überprüfen des Farbtons

Den Farbton überprüfe ich, in dem ich den Farbton auf ein weißes Blatt Papier sprühe, bis er seinen Ceiling Code erreicht hat und halte Ihn dann an die Vorlage. Normalerweise sind es 4-5 Farbschichten, bis der Ceiling Code erreicht ist. Dann kann ich sehen ob ich den Farbton genau getroffen habe oder in welche Farbe ich die Farbe noch mischen muss. Es kann sein, dass ich bis zu 15 oder 20 mal die Farbe prüfe bevor ich an genau dem Wunschton angekommen bin. Mit Übung geht das immer schneller und schneller, da das Auge immer besser geschult wird.

Weitere Vorteil dieser Methode

Das schöne an dieser Methode ist, dass ich JEDEN Fehler in einem Bild damit beheben bzw. reparieren kann. Ich muss nur den Fehler mit Weiss überdecken und den genauen Farbton aufsprühen und der Ceiling Code garantiert mir den genauen Farbwert. Dru Blair arbeitet genau nach dieser Methode und seine Bilder sprechen denke ich für sich. Ihr könnt ja mal unter www.schoolofrealism.com reinschauen. Echt faszinierend.

Geschrieben von Artur Hildebrandt


08.02.2015 - Wie verarbeite ich Createx AutoAir Candy Airbrushfarben?


Kürzlich hat mich ein Kunde gefragt, wie er denn eigentlich AutoAir Candy Farben verarbeiten solle.
Die Antwort hierauf ist einfach: Genau so wie Createx AutoAir Transparente Farben!
Dabei ist es einfach nur wichtig, dass die AutoAir Candy Farben auf jeden Fall mit dem AutoAir 4012 High Performance Reducer verdünnt werden, denn die Candy Airbrushfarben von AutoAir sind viel höher konzentriert mit Pigmenten als eben die transparenten Airbrushfarben von AutoAir und damit zähflüssiger.

Welche Mischungsverhältnis ist denn jetzt das richtige?

Das kommt ganz darauf an, welche Düsengröße Du nutzt. Mit einer Airbrush solltest Du auf jeden Fall eine 0,5mm Düse nutzen und eine 3:1 Verdünnung fahren. Feinere Düsen werden verstopfen! Gerne könnt ihr auch mit einer höheren Verdünnung experimentieren. Ich habe festgestellt, dass eine 1:1 Verdünnung sehr gut funktioniert.

Wie verbessere ich die Haftfähigkeit der Createx AutoAir Candy Farben?

Wenn Du die Haftfähigkeit für größere Flächen verbessern willst, empfehle ich Dir den Createx High Performance Reducer vorher in einem 50:50 Mischungsverhältnis mit dem Createx AutoAir Transparent Base zu mischen. Der Createx AutoAir Transparent Base ist das Grundkonzentrat einer jeden AutoAir Farbe, ohne Farbpigmente. Anschließend die Farbe wieder in einem 3:1 Verhältnis mit diesem Gemisch verdünnen. Falls Du merkst, dass die Farbe schwer durch die Airbrush geht, kannst Du gerne auf eine 1:1 Mischung gehen.

Anwendungsideen und Tipps


Die Leuchtkraft erhöhen

AutoAir Candy Farbtöne haben eine viel höhere Brillanz und Leuchtkraft als Transparente AutoAir Airbrushfarben. Diese wird ganz besonderes gesteigert, je mehr Licht vom Untergrund reflektiert wird. Die AutoAir Candy Pigmente sind so beschaffen, dass zuerst das ganze Licht durch Sie durchwandert und dann von der darunterlegenden Farbe reflektiert oder verschluckt wird. Die Reflektierten Lichtstrahlen wandern dann wieder durch die AutoAir Candy Farbpigmente und nehmen die Farbe dann mit auf dem Weg in das Auge. Auf Grund dieser Eigenschaft können mit der Untergrundfarbe und dem Candy-Farbton tolle Effekte erzielt werden. Sei es in der Kombination mit einer Semi-Opaquen Farbe, einem Metallic Farbton oder dem AutoAir Aluminium Fine, Medium oder Coarse.

Die Tiefenwirkung erhöhen

Will man nun die Tiefenwirkung der AutoAir Candy Farben erhöhen, dann sollten einfach mehrere dünne Schichten (durchaus 20-30 dünne Farbaufträge) übereinander gesprüht werden. Insbesondere wenn darunter schon das Motiv ist, bekommt dieses ein wahnsinnigen Tiefeneffekt. (z.B. schwarzer Hintergrund, AutoAir Aluminium Coarse getupft. Totenkopfschädel in schwarz und dann Candy Farbe zum Abschluss!)

Geschrieben von Artur Hildebrandt


03.02.2015 - Feine Düsen sind oftmals Fluch statt Segen


Ich habe eine Airbrush mit 0,2mm Düse, um fein arbeiten zu können... aber Sie verstopft dauernd!

Welche Airbrushpistole ist eigentlich die Richtige für mich?

Diese Sätze höre ich immer wieder und ich bin erstaunt, wie Menschen Kaufentscheidungen treffen. Oftmals leider auf Grund mangelnder Beratung, dem Lockruf der Billigangebote im Internet oder einfach Unwissen.

Welche Airbrush ist denn nun die passende für mich?

Das kommt darauf an, was man mit der Airbrush machen möchte. Aus unserer Sicht gibt es 3 Stufen von Airbrushpistolen die für einen Kauf relevant sein können.

Das wichtigste Merkmal ist die Düse. Und auf die wollen will ich mich in diesem Blog beschränken. Ja, es gibt auch noch die Entscheidung zu treffen ob es Saug- oder Fließbecher sein soll und in welcher Preisklasse das ganze geht. Übersetzt für mich heißt dass, will ich eine Iwata Neo CN, eine Iwata Neo BCN oder soll ich doch auf eine Iwata Eclipse gehen? Natürlich reizt auch eine Iwata Custom Micron... aber der Preis reizt auch... die Tränenflüssigkeit in meinen Augen.

Welche Düsengröße ist für meinen Zweck die Richtige?

Fangen wir bei einer 0,5mm Düse an.

Diese hat mehrere Vorteile, insbesondere, dass größere Flächen damit schneller und qualitativ hochwertiger zu besprühen sind. Wenn ich von größeren Flächen spreche, dann handelt es sich um alles was größer als ein DIN A 4 Blatt ist. Denn auch der Sprühstrahl ist bei einer 0,5mm Düse breiter und damit flächiger. Verläufe sind damit einfacher zu sprühen, da die Farbe besser und auf eine größere Fläche "verteilt" wird. Ausserdem sind die meisten Airbrushpistolen mit 0,5mm Düse auf Saugbecherpistolen und können damit mehr Farbe halten. (30, 60 oder sogar 120ml). Darüber wird es dann schon unhandlich. :-)
Sehr gute Empfehlungen in dieser Kategorie sind die Iwata BCN als Einsteiger-Airbrush und die Iwata Eclipse BCS. Beides sind Saugbecher-Airbrushpistolen, die auch wahnsinnig feine Details ermöglichen. Mit etwas Übung halten diese Airbrushpistolen auch mit einer 0,3mm Airbrush mit.

Wofür verwende ich dann eine Airbrush mit 0,3 mm Düse?

Die nächste Kategorie ist die 0,3mm Airbrush. Dazu kann man auch die 0,35mm Iwata CN dazuzählen. Sie sind meist Fließbecher-Airbrush mit unterschiedlich großen Aufsätzen. Bei der Iwata CN kann man diese sogar in 2 Größen tauschen. Die Iwata Eclipse bietet diese Düsengröße als Seitenbecher (Iwata Eclipse SBS) und als normale Fließbecher-Airbrush an. Diese Düsengröße ist die goldene Mitte. Von kleinen Flächen, also Visitenkartengroß bis eben zu Din A 4 kann man mit diesen Airbrushpistolen super arbeiten. Deshalb werden diese auch gerne für Airbrushmotive genutzt. Egal ob auf den Helm, das Papier oder eben das Modellauto. Diese Düsengröße ist auch noch gut zu reinigen und vor allem funktioniert Sie sehr gut mit den meisten Airbrushfarben. (siehe Blog: Warum Airbrushpistolen gerne verstopfen) Der Vorteil aber der Iwata Eclipse gegenüber den meisten anderen Airbrushpistolen ist, dass die Düse eine Steckdüse ist und damit die Reinigung und das wiedereinsetzen Kinderleicht ist.

Und wofür um alles in der Welt benötige ich 0,2mm Düsen oder sogar noch feinere Düsen?

Diese Frage ist absolut berechtigt. Denn oftmals werden feinste Details beim Airbrush gar nicht mit der Airbrush erzielt sondern mit anderen Techniken. Wenn man allerdings auf ganz kleine Modellauto geht oder vielleicht Handyschalen mit realistischen Motiven besprühen will. Dann macht diese Düsengröße Sinn. Insbesondere im Bereich Photorealismus ist eine Iwata Custom Micron mit einer 0,18mm Düse traumhaft. Dann kann man mit der richtigen Farbe sogar die Wimpern sprühen. Feinste Linien und kleinste Punkte eben.

Und was ist jetzt der Fluch dabei?

Na ja, irgendwann muss die Düse ja auch gereinigt werden. Sei es wegen einer Verstopfung oder bei der Endreinigung. Und da ist oftmals die Krux. Je feiner die Düse, desto schwerer die Reinigung, da es keine geeigneten Reinigungsmittel dafür gibt, z.B. Bürsten. Und zweitens sind die feinen Düsen MEGA sensibel. Wenn diese beschädigt werden sind oftmals auch gleich 40-70 EUR für eine Ersatzdüse fällig. Bei 0,2mm Düsen liegt der Preis meist zwischen 20 und 40 EUR. Am einfachsten und Robustesten sind die 0,5mm Düsen. Diese zu reinigen und zu pflegen ist wirklich einfach und schnell. Wenn die Düse runterfällt ist nichts kaputt. Anders bei den feineren. Da muss man Angst um die Düsenöffnung haben und beten dass nichts verbogen ist.

Meine Empfehlung

Beginnt mit einer Airbrush die eine Düsengröße von 0,5mm oder 0,35mm hat. Diese reichen meist aus. Wenn es dann doch feiner werden soll, dann könnt Ihr Euch immer noch eine zweite Airbrush kaufen. Der Vorteil dabei ist, dass Ihr dann schon geübt seid, viel mit der größeren Düse machen könnt und nur noch wenn notwendig die feinere und sensiblere Airbrush nutzt. Auch die Farbenwahl ist dann einfacher.

Ich freue mich auf Eure Erfahrungen und Feedback zu diesen Thema.

Geschrieben von Artur Hildebrandt


30.01.2015 - Warum Airbrushpistolen gerne verstopfen


"Schon wieder! Manchmal muss ich mehr putzen als mit der Airbrush zu malen!"

Das, oder so ähnliche Worte höre ich oft von Menschen, die bei uns das erste Mal anrufen oder zu einem unserer Kurse kommen und bereits zu Hause Airbrushen.

Woran liegt es aber, dass die Airbrushpistole so schnell verstopft? An der Airbrush? An der Airbrushfarbe? Oder am Airbrusher?

Gehen wir hier mal nach dem Ausschlussverfahren vor.

Kann es am Airbrusher liegen?

Eher nicht. Und ich sage eher, da er ja höchstwahrscheinlich die Airbrush gekauft hat und auch die Farben. Falls das nicht der Fall ist, dann liegt es natürlich an demjenigen, der dem Airbrusher die falsche Ausrüstung geschenkt hat. Ganz klar :-)!

Aber was kann der Airbrusher jetzt machen um das Problem zu beheben?

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, welche Düsengröße die Airbrushpistole hat. 0,3mm oder 0,5mm? Oder sogar noch viel feiner?
Auf jeden Fall ist diese Zahl extrem wichtig um das Problem zu lösen. Um hier jetzt gleich die Frage zu beantworten. Nein, das Problem liegt nicht direkt bei der Airbrushpistole.
Ich sage nicht direkt, da natürlich die Düsengröße ein wichtiger Faktor ist, aber wenn die Düsengröße passt, dann kann es nur die Farbe sein. (Ob die Düsengröße passt könnt Ihr in einem der nächsten Blogs lesen)

Was muss ich also bei der Airbrushfarbe berücksichtigen, dass meine Airbrush nicht verstopft?

Um es einfach auszudrücken. Die Airbrushfarbe muss dünn genug sein, um durch die Düsenöffnung zu passen. Bei einer Düsengröße von 0,18 mm ist halt nicht so viel Platz zwischen der Düse und der Nadel, so dass hier die Airbrushfarbe "feiner" sein muss. Feiner bedeutet, die Pigmente und das Bindemittel müssen feiner sein. Die Aussage "One Size fits all", also dass eine Airbrushfarbe für alle Düsengrößen geht, würde mich sehr stutzig machen. Seit wann passt eine T-Shirt Größe allen?

Der zweite Aspekt ist der Mythos, dass Airbrushfarben mit Wasser verdünnt werden. Fakt ist, dass Airbrushfarben mit Wasser verwässert werden. Also nur der Anteil Wasser erhöht wird. Das führt dann zu dem Effekt, dass die Airbrushfarbe nicht so schnell an die Nadel trocknet, aber auch viel mehr Wasser auf den Malgrund kommt! Dass könnte Nachteile mit sich bringen... auf jeden Fall dauert er länger bis die Farbe richtig trocken ist und haftet! Verstopfen wird die Airbrush so oder so.

Der Unterschied zwischen Airbrushfarbe und Airbrushfarbe

Airbrushfarben, die mit Wasser verdünnt werden, sollten eigentlich Airbrush-Tinte genannt werden. Denn dass ist eigentlich das, was Sie sind. Tinte ist der rechtlich korrekte Begriff für sehr wässrige Farbe, mit sehr geringem Bindemittelanteil und vor allem mit qualitativ schlechteren Pigmenten.
Airbrushfarben, die mit einem Reducer oder Verdünner verdünnt werden, sind richtige Farben. Sie verändern sich im Spritzverhalten, da der Verdünner eine, wenn auch sehr leichte, chemische Reaktion herbeiführt. Die Farbe fließt leichter und das Spritzbild wird feiner. Der Unterschied zur wässrigen Airbrush-Tinte ist, dass die Farbe trotz Verdünnung schnell trocken ist. Ausserdem sind die Farbpigmente hochwertiger und lichtechter. Die Haftfähigkeit bleibt bestehen.

Wie erkenne ich den Unterschied zwischen Airbrushfarbe und Airbrush-Tinte?

Das ist eine sehr schwierige Frage. Ich habe für mich herausgefunden, dass bereits ein Reducer oder Verdünner im Sortiment des Farbenherstellers ein guter Indikator ist, dass es sich um hochwertige Airbrush Farbe handelt. Wenn der Hersteller die Farbe dann auch noch "Automotive Paint" nennt, dann habt Ihr es auf jeden Fall mit guter Farbe zu tun. Denn Automotive Paint unterliegt auch wieder Qualitätskriterien. Es darf also nicht jeder seine Farbe einfach Automotive Paint nennen. Die Createx AutoAir Farben, haben zum Beispiel dieses Qualitätssiegel. Das merkt jeder, der mit der Farbe schon gearbeitet hat. Insbesondere die Haftfähigkeit auf festen Untergründen der Createx AutoAir Farben ist der Hammer!

Der zweite Aspekt, denn ich festgestellt habe ist, dass Farbenhersteller angefangen haben, auf ihren Produkten Verarbeitungshinweise aufzudrucken. Also welche Düsengröße wird mit welchem Verdünnungsverhältnis empfohlen. Die Createx AutoAir Farben werden zum Beispiel bei einer 0,5mm Düsen mit einer 3:1 Verdünnung empfohlen. Bei einer 0,35mm Düse ist es bereits eine 1:1 Verdünnung. Unter einer 0,35mm Düse sollte eine andere Farbe, wie die Createx Wicked Detail Farbe zum Einsatz kommen. Die Pigmente sind dort 5-fach feiner gemahlen und der Binder ist auch optimiert.

Fragt einfach pro-aktiv nach Empfehlungen der Hersteller und lasst Euch mit "die geht durch alle Düsengrößen nicht abspeisen. Bzw. ich wäre dann sehr skeptisch. Insbesondere wenn die Airbrush oft verstopft ist.
Jeder kompetente Airbrushhänder sollte Euch hierzu Auskunft geben können. One-Size-Does-Not-Fit-All. Fragt doch einfach mal Per Elshoff auf Facebook. Er hat mir das genau so bestätigt, aus seiner Erfahrung. Ebenso wie Simon Murray.

Meine Empfehlung

Wenn Ihr auf festen Untergründen arbeitet würde ich Euch inzwischen die Createx AutoAir empfehlen. Sie haftet hervorragend und ist für mittlere und größere Designs und Airbrusharbeiten optimiert. Düsengröße 0,5mm.

Wenn Ihr feine Airbrusharbeiten machen wollt, dann empfehle ich die Createx Wicked DETAIL. Sie hat die gleiche Basis wie die Createx AutoAir, ist jedoch feiner gemahlen mit den gleichen Eigenschaften.

Wollt Ihr absolut feinste Details erarbeiten und mit Airbrushpsitolen unterhalb der 0,2mm Düsengröße agieren, dann empfehle ich die Createx Illustration Colors. Die sind schon so verdünnt, dass die aus der Flasche gut durch eine 0,15mm Düse gehen.

Letztendlich ist die Frage der richtigen Farbe eben gekoppelt mit der Düsengröße und ein Erfahrungswert, wenn der Hersteller nicht transparent ist. Ich habe hier die Createx Farben aufgeführt, da Sie mich inzwischen überzeugt haben. Ich habe in meinen 20 Jahren Airbrush mit vielen Farben experimentiert und auch eine Zeit lang damit gearbeitet. Createx war damals mit die schlechteste Farbe auf dem Markt. In den letzten 5 Jahren haben die aber unwahrscheinliche Fortschritte in der Farbentwicklung gemacht und dass hat mich überzeugt, hier Createx als Musterbeispiel zu nennen. Ich freue mich auf Eure Erfahrungen und Einschätzungen zu diesen Thema.

Geschrieben von Artur Hildebrandt


26.01.2015 - Wie bereite ich mein Untergrund für Airbrush richtig vor?


Am Wochenende hatten wir wieder einen Custom Painting Einsteiger Airbrushkurs und wir hatten sehr viel Spaß, gelacht und gelernt. Bei unseren Custom Painting Kursen ist es so, dass wir nur auf Metall arbeiten, also ganz nah an der Realität. Denn nur so lernen wir für die Praxis, und Herausforderungen gibt es viele beim Custom Painting. Bei diesem Kurs haben wir wieder das Thema Vorbereitung des Untergrund genau beleuchtet und viel gelernt. Hier die Highlights.

Wie bereite ich die Oberfläche meines Untergrundes vor?

Nun, zunächst einmal ist es wichtig, dass der Untergrund sauber ist. Und mit sauber meine ich nicht nur sichtbar sauber. Da wir bei unseren Motiven viel mit Abkleben und Folien zu tun haben ist klar, dass wir die Haftfähigkeit der Airbrushfarbe verbessern wollen, in dem wir den Untergrund anschleifen. Das tun wir indem wir die lackierte Oberfläche mit einem Scotch Schleifvlies in Kreisbewegungen anrauen, überall, auch in den Ecken.

Wann habe ich die Oberfläche genug angeraut?

Viele Fragen sich natürlich zurecht, wann denn die Oberfläche genug angeraut ist. Die Antwort darauf ist, dass der Klarlack nicht mehr glänzend sonder matt schimmern sollte. Dann ist die Oberfläche genügend angeraut. In diesem Zustand ist keine Farbe beschädigt und wir können durch ein erneutes Auftragen von glänzendem Klarlack den ursprünglichen Zustand wieder herstellen.

Wie kann ich überprüfen, dass die Oberfläche matt schimmert?

Ganz einfach. Nehmt ein Licht, dass kann auch eine Taschenlampe sein und leuchtet direkt die Oberfläche an. Wenn sich das Licht spiegelt, dann müsst Ihr noch ein wenig schleifen. Wenn es eine milchige Oberfläche ist, die das Licht verschluckt, dann ist es gut genug angeraut.

Und jetzt kommt mit der wichtigste Schritt - Entfetten

Nachdem Ihr festgestellt habt, dass Ihr die Fläche gut angeraut habt, solltet Ihr die Oberfläche mit Entfetter (Alkoholreiniger) reinigen, so dass keine Rückstände und keine Fette mehr sichtbar sind. Dass ganze dann mit einem weichen Tuch abwischen. Damit ist der Untergrund auch chemisch gereinigt. Unterschätzt nicht wie schnell wir Fett und Schweiss an unseren Fingerspitzen absondern.
Die Konsequenz, wenn Ihr Eure Oberfläche nicht reinigt und entfettet ist, dass die Farbe nicht so gut hält oder Kleberückstände vom FineLine Tape oder Maskierfolien auf der Oberfläche haften bleiben und diese dann beim Besprühen sichtbar werden. Dass sieht dann sehr unschön aus und ist auch nicht mehr wirklich zu korrigieren ausser mit Alkoholreiniger zu entfernen und die Airbrusharbeit nochmals an dieser Stelle zu beginnen.

Wie kann ich mein Airbrush von Kleberückständen und Fussel befreien?

Jetzt kann es natürlich sein, dass Ihr trotzdem Kleberückstände bekommt oder Fussel sich auf die Farboberfläche setzten. Hierfür gibt es Staubbindetücher. Das sind Tücher, die eine leicht wachsige Oberfläche haben und Rüssel und Kleberückstände damit einfach aufnehmen können. Damit solltet Ihr nach der ersten Farbschicht gut fahren. Wenn aber die Kleberückstände nicht weg gehen, könnt Ihr bei Createx AutoAir Airbrushfarben oder bei Createx Wicked und Createx Wicked Detail Farben mit einem schonenden Alkoholreiniger die Oberfläche reinigen. Dazu muss die Farbe aber ganz trocken sein. Sonst löst sich die Farbe auch ab.

Warum nehme ich Alkoholreiniger und kein Wasser zum entfernen von Kleberückständen?

Die Createx Airbrushfarben und die meisten anderen Airbrushfarben sind auf Wasserbasis hergestellt. D.h. diese Farben versuchen immer wieder in ihren ursprünglichen, wässrigen Zustand zurückzugehen. Das ist so lange der Fall, bis das ganze Wasser in der Farbe verdunstet ist und der Binder in der Farbe ausgehärtet ist. Das dauert natürlich. Da Alkohol sich schneller verflüchtigt als Wasser und eben nicht Wasser ist, reagiert die Airbrushfarbe hier nicht und Ihr könnt die Kleberückstände einfach mit etwas Alkoholreiniger ablösen und wegwischen. Das kann man auch ab und an bei seinem Custom Painting Job tun, um die Fingerabdrücke (Fett) immer wieder zu entfernen oder eben sicher zu stellen, dass es keine Kleberückstände auf der Farbe gibt.
Dann wird das Airbrushresultat herausragend und Ihr müsst Euch nicht mit komischen Strukturen und Rückständen rumschlagen. So macht Custom Painting und Airbrushing Spaß.

Geschrieben von Artur Hildebrandt


23.01.2015 - Hält die Airbrushfarbe Createx AutoAir auch auf einer E-Zigarette?


Vor kurzer Zeit rief mich ein Kunde an und frage mich ob er mit Createx AutoAir Airbrushfarbe auch E-Zigaretten bemalen könnte. Ich finde es schon faszinierend auf welche Ideen Menschen kommen und wie vielfältig mit Airbrush gearbeitet werden kann. Nach einem Telefonat war dann klar, na klar geht das.

Was muss ich tun um sicherzustellen dass die Createx AutoAir Farbe denn auch auf dem Untergrund hält?

Nun, zunächst einmal ist es wichtig, dass der Untergrund sauber ist. Und mit sauber meine ich nicht nur sichtbar sauber, sondern auch chemisch sauber. Sobald also alle sichtbaren Anzeichen von Schmutz oder vielleicht Kleberreste eines Aufklebers entfernt sind, wird der Untergrund mit Reinigungsalkohol abgewischt und damit auch chemisch gereinigt. Damit wird vor allem Fett und Schweiss entfernt, welches wir von unseren Fingerspitzen absondern, wenn wir schwitzen.

Muss ich den Untergrund nicht anschleifen?

Diese Fragen stellen sich immer wieder die Airbrusher. Wir haben mit so viel Untergründen experimentiert und haben für uns die Antwort "es kommt darauf an" gefunden. Und zwar kommt es darauf an, wie stark der Gegenstand der besprüht wird denn abgegriffen und gebraucht wird. Je stärker dies der Fall ist, desto besser ist es, den Untergrund aufzurauen, da hier die Farbe noch besser halten kann. Denn wir bewegen uns mit Airbrushfarben in einem sogenannten COB System, in dem der Klarlack (Clearcoat) über den Basislack (Airbrushfarbe) aufgebracht wird. Die Airbrushfarbe hat nur einen mechanischen Halt an der Oberfläche, und je mehr Möglichkeit man der Farbe gibt, desto besser kann sie sich "festhalten".

Wie trage ich die Airbrushfarbe richtig auf?

Das wichtigste beim Auftragen der Airbrushfarbe ist, dass die erste Lage wirklich hauchdünn gesprüht wird und dann ein paar Sekunden gewartet werden, dass diese Schicht auch wirklich trocken ist. Denn hier entsteht die Verbindung zwischen Untergrund und Airbrushfarbe. Bei zu viel Farbe trocknen die ersten Farbpartikel nicht durch, bevor der nächste Arbeitsgang ansteht und dann kommt es typischerweise zu Problemen. Die Airbrushfarbe erreicht die maximale Haftfähigkeit nämlich erst dann, wenn Sie KOMPLETT durchgetrocknet ist. Also bitte die ersten beiden Schichten bitten wirklich dünn aufbringen und dann erst satt mit Farbe drauf um die entsprechende Deckkraft zu erreichen.

Muss ich zum Abschluss noch einen Klarlack zum Schutz auftragen?

Auch diese Frage muss mit "es kommt darauf an" beantwortet werden. Bei der E-Zigarette ist das bestimmt nützlich, denn Sie wird oft herausgenommen, in der Hand gehalten oder in Taschen und anderen Transportmöglichkeiten aufbewahrt. Sie wird aufgefüllt und da könnte Flüssigkeit über das Kunstwerk laufen. Daher ist ein Klarlack zum Schutz die sichere Wahl. Würde es sich hier nur um einen Deko-Artikel im Innenraum drehen, dann wäre eine Klarlackierung nicht nötig, auf jeden Fall nicht zum Schutz. Klarlack wird natürlich notwendig wenn die Oberfläche glänzen soll. Airbrushfarben trocknen üblicherweise matt oder seidenmatt.

Wusstet Ihr eigentlich, dass wir nur an unseren Fingerspitzen schwitzen? Alle anderen Bereiche der Hand schwitzen nicht und wir können ganz ohne Bedenken den Untergrund mit unserem Handballen berühren oder den Fingergelenken. Vielleicht macht dass ja das Abkleben mit Fine-Line Tape oder einer Maskierfolie einfacher.

Geschrieben von Artur Hildebrandt


19.01.2015 - Kann ich mir einen Airbrushkompressor für 50 EUR in Ebay kaufen?


Tja, diese Frage lässt sich nicht ganz so pauschal mit "ja" oder "nein" beantworten. Es ist ganz wichtig zu wissen, was Ihr denn so alles bemalen wollt. Bei einem Kompressor sind zunächst einmal einige Grundvoraussetzungen zu klären.

1.) Ist die Luftleistung des Kompressors ausreichend für Eure Airbrushpistole?

Falls Ihr nicht wisst, wie viel Luft Eure Airbrush benötigt, dann solltet Ihr von 17 - 23 Liter pro Minute ausgehen. Die günstigeren Airbrushpistolen benötigen eher weniger Luft, die hochpreisigen etwas mehr.

2.) Ist der Druck ausreichend für den Einsatzzweck?

Allgemeine Regel ist hier dass der Druck zwischen 1,5 und 2,5 bar liegen sollte.
Für Airbrush auf Textilien benötigt man 4 bar.

3.) Gibt es einen Druckminderer und Wasserabscheider?

Diese Fragen sollten einfach mit einem "ja" oder "nein" zu beantworten sein. Ist eine von beiden "nein", sollte man die Hände davon lassen.
Denn ohne Druckminderer kann man den Druck nicht einstellen und ist darauf angewiesen, dass der Kompressor schon den richtigen Druck bringt, was in den seltensten Fällen so ist.
Ohne Wasserabscheider hat man sehr schnell Wasser in der Luft, dann im Luftschlauch und wenig später auch in der Airbrushpistole.
Der Effekt ist dann irgendwann, dass das Wasser mit der Luft durch die Airbrushpistole geht und auf den Untergrund geblasen wird. Damit kann das Kunstwerk beschädigt werden oder noch schlimmer, falls man gerade Farbe versprüht die Farbe so verdünnt, dass es ganz komische Muster gibt (Spider webbing) und das Kunstwerk erst mal wieder gerettet werden muss. Also Finger weg von solchen Kompressoren.

4.) Wie lange möchtest Du damit "am Stück" arbeiten?

Das ist dann die letzte und alles entscheidende Frage. Denn je länger der Motor am Kompressor Luft erzeugen muss, desto heißer wird er.
Ab einer bestimmten Temperatur geht der Motor dann kaputt, oder er hat eine Abschaltautomatik und schaltet eben einfach ab. Dann ist der Kompressor erst wieder zum arbeiten zu bewegen, wenn der Motor abgekühlt ist. Die Abschaltautomatik schaltet normalerweise den Kompressor auch aus, wenn keine Luft verbraucht wird und gönnt ihm wenigstens damit ein paar Ruhepausen mehr.
Eine Abschaltautomatik sollte der Kompressor also schon haben. Wenn er diese nicht hat, dann wird sich dein brushen meiner Erfahrung nach wohl auf 10-15 Minuten beschränken.

Was schafft denn Abhilfe wenn ich länger als 30 Minuten mit dem Kompressor arbeiten will?

Hier kommt jetzt das Thema Qualität der Kompressoren, Anzahl der Kompressoren, Ölkompressor und Lufttank zum Zuge.
All diese Erweiterungen am Kompressor haben nur das eine Ziel: Entlastung des Kompressors, dass er nicht überhitzt.
Schöner Nebeneffekt ist, dass die Kompressoren damit auch leiser werden und die Luft trockener, da der Kompressor weniger heiße Luft erzeugt.

Geschrieben von Artur Hildebrandt

13.01.2015 - Ein gutes neues Jahr mit neuen Airbrush Kurs Terminen


Das Jahr hat gut begonnen! Unsere Airbrush Einsteiger und unser Custom Painting Kurs für Einsteiger erfreuen sich mehr und mehr Beliebtheit. In diesen Eintageskursen lernen die Teilnehmer kompetent mit der Airbrush umzugehen und erstellen Ihre ersten Werke. Wichtig dabei ist, dass Sie danach das Rüstzeug haben zu Hause gleich weiter zu machen und eigene Motive sprühen können.